Tai Chi – Mehr als Meditation

In der Ruhe liegt die Kraft:

Entdecke die Kunst der fließenden Bewegung und einer lebendigen Kampfkunst

im Herzen von Berlin, in Wilmersdorf, direkt am U-Bhf Spichernstr.

Tai Chi

Tai Chi ist…

eines der komplexesten chinesischen Kampf- und Bewegungskünste, weil es unterschiedliche Prinzipien vereint:

  • Bewegungsmeditation und daoistische Philosophie: Spiralförmige Bewegungen streben einen Ausgleich von Gegensätzen an (Yin und Yang) und harmonisieren den Fluss geistiger und körperlicher Energien.
  • Gymnastik und Atemtechnik: Sturzprofylaxe durch Verbesserung des Gleichgewichts. Die wellenförmige Weiterleitung der Kreisbewegungen im Körper über die Wirbelsäule und das sinken lassen kräftigen Bein- und Rückenmuskulatur und reduzieren Gelenk- und Rückenbeschwerden. Die tiefe Bauchatmung im Dan Tian reguliert Puls und Blutdruck, baut Stress ab und fördert die Tiefenentspannung.
  • Traditionelle Kampftechnik und Qin Na (Selbstverteidigung) bereichern die eigenen Möglichkeiten der Abwehr von Angriffen.

Was ist der Unterschied zwischen Tai Chi, Qi Gong und Kung Fu?

Das Qi Gong gilt als das Innere Kung Fu und kann mit Energiearbeit übersetzt werden. Es beinhaltet neben heilgymnastischen Bewegungen aus dem daoyin und dem Buddhismus auch die stille Meditation im Stehen oder Sitzen, ist aber nicht auf den Kampfaspekt ausgerichtet. Im Vordergrund steht die Gesunderhaltung und Flexibilität des Körpers, das Harmonisieren der Energien.

Beim Kung Fu wird weiches oder hartes Qi Gong und die Meditation extra geübt und fließen dann als Unterstützung der explosiven Kraft bei der Ausführung ein. Die Bewegungen sind äußerlich meist härter, schneller und geradliniger als im Tai Chi.

Im Tai Chi findet eine Synthese aller dieser Aspekt statt.

Für wen ist Tai Chi geeignet?

Tai Chi ist für jeden geeignet, wird aber wegen der zunächst langsamen Bewegungen eher von Erwachsenen ausgeübt. In China lernen in Klöstern des Wudang-Gebirges auch Kinder Tai Chi.

Tai Chi Unterricht im Shaolintempel

Probieren geht über Studieren:

Komme einfach vorbei zu einem Probeunterricht!

Erlebe Tai Chi mit einem chinesischen Großmeister in direkter Nachfolge der originalen Chen-Familie!

Unser Tai Chi Lehrer: Großmeister Shi Yong Dao

Shi Yong Dao ist spezialisiert auf die traditionelle Form des Tai Chi im Chen-Stil. Diesen erlernte er neben dem Yang-Stil (und der Pekingform) in den Wudang-Bergen und in der Stadt Chen Jiagou bei Chen, Xiao Xing.

Ablauf einer Unterrichtsstunde

Nach der Begrüßung beginnt die Lockerungs- und Aufwärmphase. 

Anschließend werden Kicks wie im Kung Fu trainiert.

Es folgt eine Dehnphase.

Grundübungen wie die Baumübung, die Seidenübungen (Meditation in Bewegung) oder die schiebenden Hände (Tui Shou) bereiten den Körper vor. Diese Basisübungen sind wie Vorstufen zu den Anwendungen von Agriffs- oder Verteidigungstechniken (Qin Na).

Anschließend übt jede(r) die Form, an der er/sie gerade arbeitet. Der Lehrer, Großmeister Shi Yong Dao, erläutert die Bedeutungen der Bewegungen. Hier erfährt man interessante Anwendungsmöglichkeiten zur Selbstverteidigung oder Techniken des Qin Na wie z.B. Hebeln oder Würfen.

Im Abklang wird die Energie des Körpers wieder gesammelt. Es folgt die Abschlussverbeugung.

Tai Chi Formen

Im Unterricht erlernst Du Unterschiedliche Bewegungsfolgen, die bis zu mehreren Minuten dauern können. Man nennt sie Formen, Taolu oder Rahmen. Wenn Du sie bis zum Ende gelernt hast und auswendig ausführen kannst, vertiefst Du Dich beim Üben auf immer neue Ziele und begibst Dich auf eine nie aufhörende Entdeckungsreise.

Einige Formen findest Du/finden Sie im Umterpunkt Tai Chi Formen. Sie können Dir/Ihnen beim Üben zuhause als Erinnerungshilfe dienen.

Wissenswertes zum Tai Chi

Entstehung des Tai Chi/Taiji

Tai Chi stammt aus der Gegend des Dorfes der Chenfamilie Chenjiagou. Die Beziehung seines Begründers Chen Wangting (1600–1680) zum Shaolintempel ist nicht sicher erforscht. Möglicherweise hatte er in seiner Jugend im Shaolintempel Kung Fu erlernt und das Tai Chi dann auf dieser Grundlage entwickelt. Tai Chi hat zumindest wahrscheinlich gemeinsame Wurzeln mit dem Shaolin Kung Fu.

Der Ming-General, der beruflich im Militär kampferfahren gewesen war, entwickelte in seiner Alterszeit aus den Kampfkünsten ein eigenes Faustkampfsystem und integrierte dabei daoistische Atemübungen und Gymnastik und die Meditation.

So wurden die Betrachtungen zu Harmonien und Kreisläufen der Natur und aller Dinge Grundlage der Bewegungen: z.B. die Philosophie des Yin und Yang oder die Fünf-Elemente-Lehre (Wu Xing). Das Prinzip der Wandlungsphasen wurde u.a. so interpretiert, dass jedes sein Gegenteil enthält. Somit kann eine Bewegung zur Verteidigung z.B. schnell und unmerklich in einen Angriff umgewandelt werden. Gleichzeitig werden die natürlichen, geschmeidigen Harmonien der Körperbewegungen beachtet.

Cheng Wangting verwendete den heutigen Begriff noch nicht, sondern sprach von der Erfindung von Techniken mit der blossen Hand, die seine Schüler so stark machen sollten wie Drachen und Tiger.

Der Legende nach soll der Begründer des Tai Chi zum Beweis der Tauglichkeit seines Kampfsystems unbesiegt gegen Meister des Kung Fu angetreten sein.

Die chinesische Bezeichnung Tai Ji tauchte das erste Mal in historischen Handbüchern zu Handfaust-Stilen ab Ende des 18. Jhts auf. Tai Ji bedeutet das Höchste Letzte.

Die Stile

Im Tai Chi gibt es fünf Hauptstile, die alle auf denselben Prinzipien basieren, aber unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Die weltweit beliebtesten sind der Yang-Stil (ideal für Gesundheit und Entspannung), gefolgt vom kraftvollen Chen-Stil. Die Stile sind in der Regel nach den Familien benannt, die sie entwickelt haben.
 
Hier sind die fünf Hauptstile im Detail:
  • Yang-Stil: Bekannt für seine weichen, gleichmäßigen und weiten Bewegungen. Er ist besonders sanft zu den Gelenken und der ideale Einstieg für Anfänger, die Stress abbauen und ihre Haltung verbessern möchten.
  • Chen-Stil: Der älteste aller Stile. Er zeichnet sich durch einen Wechsel von langsamen, fließenden Bewegungen und explosiven Kraftausbrüchen (Fa Jin), Sprüngen und tiefen Stellungen aus. 
  • Wu-Stil: Fokus auf kleine, kompakte und eher nach innen gerichtete Bewegungen. Die Haltung ist oft leicht nach vorne gelehnt, was besonders gut für die Flexibilität der Wirbelsäule und den Rücken ist.
  • Sun-Stil: Bekannt für seine flinken, schrittweisen Bewegungen und die offene Handhaltung. Er verbindet Tai Chi mit anderen Kampfkünsten (wie Bagua und Xingyi) und ist sehr gelenkschonend. 
  • Hao-Stil: Ein sehr seltener, anspruchsvoller Stil, der viel innere Energie (Qi) und feine, subtile Bewegungen betont.
Alle Stile bieten eine meditative Form der Bewegung, die hervorragend zur Stärkung der inneren Ruhe und Balance ist und zum Wohlbefinden beiträgt.
Im Shaolin Tempel werden vor allem der Chen- und Yang-Stil unterrichtet.

Für weitere Fragen…

zu den Themen Taichi und Qigong steht Großmeister Shi Yong Dao gerne zur Verfügung.

Weitere zu empfehlende Literatur: Shahar, Meir. The Shaolin monastery: history, religion and the Chinese martial arts, 2008 University of Hawai’i Press, printed in the USA (hieraus insbesondere S. 133 ff.)

Unterrichtszeiten

Übersicht folgt